Nützliche Informationen für Schutzsuchende aus der Ukraine

Auf dieser Seite finden Schutzsuchende aus der Ukraine Informationen zur Unterkunftssuche entsprechend dem ordentlichen Anmeldeprozess der Schweiz. Ausserdem finden Sie diverse weitere Informationen im FAQ.

Adressen der Bundesasylzentren mit Verfahrensfunktion

Rue de l’Hôpital 60
2017 Boudry
+41 58 465 03 03

Morillonstrasse 75
3007 Bern
+41 58 465 75 80

Freiburgerstrasse 50
4057 Basel
+41 58 482 12 82

Via Milano 23
6830 Chiasso
+41 58 466 70 10

Schöntalstrasse 2
9450 Altstätten
+41 58 480 49 50

Duttweilerstrasse 11
8005 Zürich
+41 58 480 14 80

Ordnungsgemässes Registrierungsverfahren in der Schweiz für Schutzsuchende aus der Ukraine*

  1. Nachdem Sie die Grenze zur Schweiz mit dem Flugzeug, Bus, Auto oder Zug überquert haben, sollten Sie den besonderen Schutzstatus S beantragen. Dieser gewährt Ihnen eine vorübergehende Aufenthaltserlaubnis in der Schweiz für mindestens ein Jahr, einschliesslich medizinischer Versorgung im Falle von Krankheit, Unfall oder Schwangerschaft, sowie Sozialhilfe und Integrationsleistungen. Um den Schutzstatus S zu erhalten, müssen Sie bei einem der sechs Bundeszentren für Asylbewerber mit Verfahrensfunktion (BAZmV) vorbei (siehe Adressen).
    a.
    Falls Sie noch keine Unterkunft haben, können Sie zu einem BAZmV mit Verfahrensfunktion gehen (BAZmV). Dort werden Sie an eine passende Unterkunft vermittelt und erhalten Informationen zum weiteren Anmeldeprozess.
    b. Falls Sie bereits eine mittel- bis langfristige Unterkunft organisiert haben, können Sie sich mit diesem Formular für den Schutzstatus S anmelden. Sobald Sie das Formular abgeschickt haben, erhalten Sie eine automatische Antwort (Empfangsbestätigung). Sie erhalten innerhalb der nächsten Tage eine Einladung für einen Termin bei einem BAZmV via E-Mail. Ausserdem erhalten Sie einen Brief an die von Ihnen auf dem Formular angegebene Adresse, welcher die Registrierung für das Gesuch für den Schutzstatus S bestätigt. Dieses Schreiben ermöglicht Ihnen den vorläufigen Aufenthalt in der Schweiz. Ausserdem erhalten Sie Zugang zu medizinischer Versorgung bei Krankheit, Unfall oder Schwangerschaft entsprechend dem KVG Katalog.
  2. Sobald Sie eines der Bundeszentren für Asylbewerber erreicht haben, werden Sie von einem Einwanderungsbeamten durch das erste Registrierungsverfahren geführt. Das Verfahren wurde vereinfacht, um die Wartezeit zu verkürzen, erfordert aber aufgrund der hohen Anzahl von Asylbewerbern noch etwas Geduld. Der/die Einwanderungsbeamt:in wird Ihren Wunsch nach einer Unterkunft berücksichtigen, sofern dies möglich ist und Sie nicht bereits eine Unterkunft organisieren konnten. Sie können eine Privatunterkunft beantragen, die von Privatpersonen angeboten wird, oder in einer öffentlich verwalteten Unterkunft untergebracht werden. Je nach den Umständen (z. B. Ankunft in der Nacht) können Sie im Asylzentrum schlafen, bis das Registrierungsverfahren abgeschlossen ist.
  3. Unter bestimmten Umständen (z.B. Notwendigkeit eines besonderen Schutzes vor Verfolgung aufgrund einer politischen Rolle) kann der/die Beamt:in des BAZ Sie der Unterkunft des BAZ zuweisen.
    Wenn Sie entweder einer regionalen Sozialwohnung oder einer Privatunterkunft zugewiesen wurden, können Sie sich nun in diese Unterkunft begeben. Die Vereinigung des schweizerischen öffentlichen Verkehrs gewährt Ihnen einen einmaligen, kostenlosen Transport an Ihren Bestimmungsort. Mehr Informationen zur Transport-Verbindung finden Sie hier: www.sbb.ch/fahrplan.
  4. Einige Tage nach Ihrer Ankunft in der Ihnen zugewiesenen Unterkunft, erhalten Sie den brieflichen Bescheid für Ihr Gesuch für den Schutzstatus S. Falls Ihr Gesuch akzeptiert wurde, können Sie sich nun zur kantonalen Einwanderungsbehörde begeben, wo Ihnen ein Ausweis entsprechend dem Schutzstatus S ausgestellt wird. Im Brief steht die Adresse des Migrationsamts, bei welchem Sie sich melden müssen, um den Ausweis abzuholen. 
  5. Fragen Sie beim kantonalen Migrationsamt nach, wie Sie Sozialhilfeleistungen beziehen können. Dies beinhaltet finanzielle Unterstützung des Kantons. Ausserdem können Sie sich beim Migrationsamt über Integrationsleistungen (z.B. Sprachkurse) informieren. Sie können auch Fragen zum Thema Erwerbstätigkeit stellen. Mit dem Schutzstatus S können Sie sich ohne Verzögerung erwerbstätig werden (ob selbstständig oder als Arbeitnehmer:in).

*Bei diesem Verfahren handelt es sich um eine Empfehlung, die nicht bindend ist. Wenn Sie es vorziehen, sich selbst um eine Unterkunft zu kümmern, steht es Ihnen frei, dies zu tun. Sie haben das Recht, sich innerhalb des Schengen-Raums 90 Tage lang frei zu bewegen, ohne Asyl zu beantragen oder ein Visum zu erhalten. Bitte beachten Sie, dass Sie ohne Registrierung in einem der Asylzentren keinen Anspruch auf finanzielle Unterstützung haben.

FAQ - Fragen & Antworten

Muss ich mich bei der Verwaltung der Gemeinde meiner Unterkunft anmelden?

In erster Linie ist wichtig, dass eine Anmeldung bei einer der sechs Bundesasylzentren stattfindet um Asyl oder den Schutzstatus S zu beantragen. Das Bundesasylzentrum leitet die Informationen an die entsprechende kantonale sowie kommunalen Behörden weiter. Je nach kantonaler Regelung müssen Sozialhilfeleistungen bei der Gemeinde angefragt werden wofür Sie sich bei der Verwaltung melden müssen. Falls Sie ein Kind unter Ihrer Obhut haben, müssen Sie dieses bei der Gemeinde für die obligatorische Schule anmelden.

Wie kann ich eine vermisste Person finden?

Das Schweizerische Rote Kreuz bietet einen Service für die Unterstützung von Schutzsuchenden Personen bei der Suche nach Angehörigen die als vermisst gelten: https://www.infobox-migration.ch/en/consultation/src-tracing-service-search-for-missing-person

Wie kann ich Asyl beantragen?

Jede Person kann bei der Einreise an einem Grenzübergang, bei der Grenzkontrolle eines Schweizer Flughafens oder direkt bei einem der sechs Bundesasylzentren mit Verfahrensfunktion Asyl beantragen; das Staatssekretariat für Migration SEM prüft jedes dieser Gesuche individuell und sorgfältig nach den konkreten Umständen im Einzelfall. Dabei stellt es fest, ob die Flüchtlingseigenschaft der asylsuchenden Person erfüllt ist. Vgl. Artikel 3 im «Asylgesetz». Infos zu den Standorten der Bundesasylzentren finden Sie hier: https://www.sem.admin.ch/sem/de/home/asyl/asylverfahren/asylregionen-baz.html

Wo sind die Asylzentren mit Verfahrensfunktion?

Beachten Sie, dass nicht alle Asylzentren den Aufnahmeprozess durchführen. Es gibt 6 Zentren, die die Aufnahmeprozedur durchführen (Bundesasylzentren mit Verfahrensfunktion – BAZmV). Im folgenden Link finden Sie sämtliche Asylzentren der Schweiz: https://www.sem.admin.ch/sem/de/home/asyl/adressen.html

Ich bin allein, mit einem Kind und mit schweren Sachen, kann mir jemand mit Sachen und Transport helfen?

Sobald Sie eine Zuweisung in eine Unterkunft erhalten haben, ist es möglich Ihren Gastgeber zu kontaktieren und so eine Abholung zu organisieren. Ansonsten sind Sie auf den kostenlosen öffentlichen Verkehr oder Taxis angewiesen.

Kann ich in die Schweiz ohne biometrischen Reisepass einreisen?

Ja. Die Schweiz zeigt sich solidarisch und gewährt ukrainischen Staatsangehörigen, die kein biometrisches Reisedokument oder Visum besitzen, sowie Ukrainern, die keine COVID-19-Impfung erhalten haben, Ausnahmeregelungen, sofern nicht im Einzelfall zwingende Gründe für eine Einreiseverweigerung vorliegen. Darüber hinaus können Ukrainerinnen und Ukrainer auch ohne Reisedokumente in die Schweiz einreisen, sofern sie glaubhaft machen können, dass sie ihr Land wegen des Konflikts verlassen haben.

Wie komme ich zu der zugewiesenen Unterkunft bzw. wie kann ich mich innerhalb der Schweiz fortbewegen?

Die Alliance SwissPass hat beschlossen, dass Flüchtende aus der Ukraine welche eine Anmeldebestätigung für den Schutzstatus S, den Ersatzausweis für Schutzstatus S, oder den definitven Ausweis «S» besitzen, das öffentliche Verkehrsnetz bis zum 31. Mai 2022 kostenlos nutzen dürfen (2. Klasse). Sie erreichen Ihre Unterkunft also mittels Bus oder Zug. Mehr Infos zur Verbindung finden Sie hier: www.sbb.ch/fahrplan

Darf ich mein Haustier mit in die Schweiz nehmen?

Ja, Haustiere können mitgenommen werden. Beachten Sie hierfür die Informationen des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen. Für die Einreise des Haustiers muss ein Meldeformular ausgefüllt werden.

Bekomme ich finanzielle Unterstützung, wenn ich Flüchtende aufnehme?

Die Kantone erhalten vom Bund eine Abgeltung für die Unterbringung und Betreuung der Schutzsuchenden. Die Gastfamilien können somit für die Unterbringung von Geflüchteten entschädigt werden. Der Umfang der Entschädigung ist noch nicht überall definiert. Wir werden sobald wie möglich detailliertere Informationen dazu aufschalten. Mehr Informationen zur finanziellen Unterstützungen können Sie beim jeweiligen kantonalen Migrationsamt anfragen.

Wie sieht es mit den Kosten (Verpflegung, Taggeld, Haftpflichtversicherung) aus?

Geflüchtete im Asylverfahren oder Schutzsstatus S haben Anrecht auf finanzielle Unterstützung durch den Staat. Auch Geflüchtete ohne finanzielle Mittel, die nicht in ihr Land zurückreisen können, haben ungeachtet ihrer aktuellen (nicht-)Registrierung ein Anrecht auf Sozialhilfe. Die genauen Beträge können beim Staatssekretariat für Migration (SEM) erfragt werden.

Müssen Flüchtende bei der Krankenkasse versichert werden?

Ukrainerinnen und Ukrainer können sich 3 Monate lang visums- und bewilligungsfrei in der Schweiz aufhalten, zum Beispiel also bei Verwandten oder Privatpersonen wohnen. In diesem Fall untersteht die Person nicht dem Krankenversicherungsobligatorium. Allenfalls verfügt sie über eine Reiseversicherung oder ihre Gastgeber haben eine Gästeversicherung abgeschlossen. Sobald sich eine schutzbedürftige Person bei einem Bundesasylzentrum meldet und dort ein Gesuch um Schutzstatus S einreicht, wird sie nach der Kantonszuweisung vom Kanton rückwirkend auf den Zeitpunkt der Gesuchstellung für die obligatorische Krankenversicherung angemeldet. Die Kosten für die Prämien und Kostenbeteiligungen (Franchise und Selbstbehalt) werden den Kantonen vom Bund mit der Ausrichtung der Globalpauschalen subventioniert. Benötigt eine bedürftige Person schon vor der Beantragung des Schutzstatus S sofortige medizinische Hilfe und verfügt sie über keine Krankenversicherung, so übernimmt die öffentliche Hand die Kosten. Viele Gesundheitsinformationen aus der Schweiz sind auf der Webplattform www.migesplus.ch ersichtlich – dort gibt es auch wichtige, spezifische Informationen für Schutzsuchende aus der Ukraine.

Haben Sie eine Hotline für verschiedene Probleme, wenn ich Hilfe benötige?

Falls die Informationen dieser Webseite Ihr Anliegen nicht beantworten, können Sie sich beim jeweiligen Amt für Migration des Kantons Ihrer Unterkunft informieren oder bei der Hotline des SEM anrufen: +41 (0)58 465 99 11.

Wie finde ich einen Job?

Falls Sie den Schutzstatus S erhalten haben, können Sie sich auf selbstständiger Basis sowie als Arbeitnehmer:in betätigen. Die folgenden Webseiten listen eine Vielzahl an Jobbörsen, bei denen Sie sich für einen Arbeitsplatz bewerben können: 

https://www.hiretheukrainian.com/mainjobboards; https://www.jobcloud.ch/c/en/ukraine-friendly-jobs-switzerland

Wie ist der Zugang der Kinder zur Schule geregelt?

Informationen zum Schulbesuch sind beim Amt für Bildung des Kantons erhältlich. Ausserdem kann die Verwaltung der entsprechenden Gemeinde oder Stadt Ihres Aufenthaltsorts auch Auskunft geben.

Der Zugang zur schulischen Bildung ist ein von der Schweizer Bundesverfassung garantiertes soziales Grundrecht. Auch die Pflicht, die Schule zu besuchen, ist in der Bundesverfassung festgeschrieben. Das heisst, der Schulbesuch ist für alle Kinder, die sich an einem Ort in der Schweiz längere Zeit aufhalten, obligatorisch und kostenlos. Das Recht auf Grundschulunterricht steht Kindern und Jugendlichen ungeachtet ihrer Nationalität oder ihres Aufenthaltsstatus zu.

Wie erhalte ich Zugang zu Internet und telefonischer Kommunikation?

Swisscom und Sunrise ermöglichen Ihnen kostenlosen Internetzugang und Telefonie innerhalb der Schweiz und für Telefonate in die Ukraine. Gehen Sie dafür in einen naheliegenden Swisscom oder Sunrise Shop.

Wie eröffne ich ein Bankkonto?

Die Postfinance ist verpflichtet, jeder Person, die sich in der Schweiz aufhält, ein Konto zur Verfügung zu stellen. Dies, weil sie einen gesetzlichen Grundversorgungsauftrag hat. Alle Privatpersonen mit Ausweispapieren können bei der Postbank ein Konto eröffnen, und zwar unabhängig davon, wie lange sie sich in der Schweiz aufhalten.

Gibt es Sprachkurse um die lokale Sprache zu lernen?

Informieren Sie sich hierfür bei dem entsprechenden kantonalen Amt für Sozialhilfe. In dieser Liste der kantonalen Migrationsämter finden Sie die Telefonnummern des entsprechenden Sozialhilfeamts.

Kann ich an einer Schweizer Universität weiter studieren?

Ja, gewisse Universitäten bieten unkomplizierten Zugang zu Kursen an. Mehr Informationen zu den entsprechenden Universitäten finden Sie hier: https://www.swissuniversities.ch/en/topics/ukraine; ausserdem finden Sie im folgenden Link eine Übersicht zu allen englischsprachigen Kursangeboten der Schweizer Universitäten: https://www.studyprogrammes.ch/en

Wie soll ich in gesundheitlichen Notfällen vorgehen?

Sie können sich jederzeit zur Notfallaufnahme eines naheliegenden Krankenhauses begeben.

Falls bereits eine Anmeldung für den Schutzstatus S vorliegt oder sogar ein provisorischer oder definitiver S-Ausweis vorhanden ist, werden die Kosten durch die entsprechende Krankenkasse übernommen.

Falls sie sich nicht für den Schutzstatus S registriert haben, müssen die Kosten durch die eigene Kranken- oder Reiseversicherung getragen werden. Sofern Sie die Kosten nicht durch eine eigene Kranken- oder Reiseversicherung gedeckt haben, und diese auch selbst nicht bezahlen können, kommt die Notfallhilfe zur Geltung. In diesem Fall muss der leistungserbringende Arzt, die Entschädigung für die erbrachte Leistung selbst beantragen.

Wo erhalte ich Hilfe bei gesundheitlichen Fragen?

Medgate betreibt seit 4. April 2022 eine für die Geflüchteten kostenlose medizinische Hotline (058 387 77 20). Die Hotline ist täglich von 8 bis 20 Uhr erreichbar, die Ärztinnen und Ärzte sprechen Deutsch und Englisch – jeweils Montag bis Freitag von 8 bis 17 Uhr steht bei Medgate zusätzlich ein interner Übersetzungsdienst für Russisch zur Verfügung.

Wie erhalte ich einen Termin bei einem Arzt?

Falls Sie sich für den Schutzstatus S registriert haben und eine Zuweisung in einen Kanton erhalten haben, können Sie sich beim Amt für Sozialhilfe des entsprechenden Kantons melden. Dort werden Sie an einen Arzt weitervermittelt. Die Kosten werden von der Krankenkasse übernommen. In dieser Liste der kantonalen Migrationsämter finden Sie die Telefonnummern des entsprechenden Sozialhilfeamts. Falls Sie sich nicht für den Schutzstatus S angemeldet haben, können Sie selbstständig einen Termin bei einer/m Arzt/Ärztin vereinbaren. Die Kosten müssen von Ihrer Versicherung oder (falls nicht vorhanden) von Ihnen persönlich getragen werden.

Ich bin eine schwangere, werdende Mutter. Wer kann mir helfen?

Die schweizerische Hilfe für Mutter und Kind (SHMK) bietet eine Hotline an, welche jederzeit erreichbar ist: 0800 811 100.

Ausserdem begleitet der Verein Mamamundo (https://www.mamamundo.ch/en/) werdende Mütter mit Migrationshintergrund. Die finanzielle Unterstützung für die Teilnahme an den Kursen hängt von der aktuellen Krankenkassensituation ab.

Ich brauche die Hilfe eines Psychologen oder eines Psychotherapeuten. Wen kann ich kontaktieren?

Für dringende Hilfe können Sie folgende Nummern wählen: 0848 800 858 (Pro Mente Sana), 058 400 47 77 (SRK), 143 (Helfende Hand), 147 (Hilfe für traumatisierte Kinder und Jugendliche, Pro Juventute). Für mittel- bis langfristige Traumabewältigung muss die Hilfe eines Psychologen in Anspruch genommen werden. Hierfür finden Sie auf folgenden Webseiten Unterstützung: https://www.wie-gehts-dir.ch/adressen-und-angebote/ich-suche-unterstuetzung. Das SEM stellt sicher, dass durch Kriegsereignisse traumatisierte Schutzsuchende, die in den BAZ untergebracht sind, über Medic-Help, dann über die Partnerärzte und schliesslich über die Psychiater Zugang zu psychologischer Unterstützung erhalten. In den Kantonen sind die Kantone für die Bereitstellung dieses Dienstes zuständig. Im Übrigen wird die psychologische Betreuung über die obligatorische Krankenversicherung abgedeckt.

Was beinhaltet die Schweizer Krankenversicherung?

Mit der Krankenversicherung haben Schutzsuchende das Recht auf die medizinische Grundversorgung. Die Wahl des Arztes bzw. der Ärztin ist jedoch eingeschränkt. Massgebend sind die Anweisungen der jeweils betreuenden Behörde im Zuweisungskanton. Sie erklärt den Schutzsuchenden, an wen sie sich bei Krankheit, Unfall, psychischen Problemen oder Schwangerschaft wenden sollen. Weitere Informationen finden Sie auf der folgenden Webseite: www.migesplus.ch/ukraine.

Kann ich mich in der Schweiz gegen den Covid-19 Virus impfen lassen?

Ja, Flüchtende Personen aus der Ukraine haben den selben Zugang zu Covid-19 Impfungen wie die Schweizer Bevölkerung.

Was beinhaltet der Schutzstatus S?

Mit dem Schutzstatus «S» erhalten Flüchtende aus der Ukraine rasch und unbürokratisch Schutz in der Schweiz – ohne Durchführung eines ordentlichen Asylverfahrens. Der Schutzstatus «S» gewährt ein Aufenthaltsrecht, Anspruch auf Unterbringung, finanzielle Unterstützung für Lebenshaltungskosten und medizinische Versorgung (Krankenkasse und Unfallversicherung) und erlaubt den Nachzug von Familienangehörigen (Kernfamilie). Wichtig: die Kinder können zur Schule gehen.

Zudem besteht die Möglichkeit, eine bewilligungspflichtige Erwerbstätigkeit auszuüben. Die Betroffenen erhalten einen Ausweis S. Dieser Ausweis ist auf höchstens ein Jahr befristet und verlängerbar. Hat der Bundesrat den vorübergehenden Schutz nach fünf Jahren noch nicht aufgehoben, so erhalten Schutzbedürftige vom ihnen zugewiesenen Kanton eine Aufenthaltsbewilligung B.

Nach Zuweisung in einen Kanton wird der Ausweis beim jeweiligen Migrationsamt ausgestellt. Weitere Informationen zum Schutzstatus S finden Sie hier: https://www.sem.admin.ch/dam/sem/de/data/asyl/faktenblatt-schutzstatus-s.pdf

Gibt es finanzielle Unterstützung für Flüchtende?

Ja, Asylsuchende und Personen mit Schutzstatus S erhalten entsprechend kantonalen Richtlinien Entschädigungen für Lebenshaltungskosten (Essen, Kleidung, Hygiene, etc.).

Wie lange kann ich in der Schweiz bleiben?

Der Aufenthalt in der Schweiz während der ersten 90 Tage nach Einreise ist ohne Bewilligung gestattet. Danach wird empfohlen den Schutzstatus S in einem Bundesasylzentrum mit Verfahrensfunktion (BAZmV) zu beantragen oder regulär Asyl zu beantragen entsprechend Ihren Umständen. Dies ermöglicht den vorläufigen Aufenthalt in der Schweiz.

Ist eine Haftpflichtversicherung für Flüchtende nötig?

Im Gegensatz zur Kranken- und Unfallversicherung besteht für die Haftpflichtversicherung keine Verpflichtung diese abzuschliessen. Es muss deshalb mit der für die Asylfürsorge zuständigen kantonalen oder kommunalen Stelle abgeklärt werden, ob eine Haftpflichtversicherung für die Schutzsuchenden abgeschlossen wurde.

Wie werde ich vom Schweizer Staat unterstützt als Flüchtender?

Der Bund erleichtert die soziale und berufliche Integration in der Schweiz. Sämtliche Personen mit Schutzstatus S bekommen Sozialhilfe vom Kanton – und sie können ohne Wartefrist einer Arbeit nachgehen (auch Selbständigkeit). Die Kinder können zur Schule gehen. Das SEM wird gemeinsam mit den Kantonen prüfen, welche Bedürfnisse bei den aufgenommenen Personen bestehen. Den Kantonen ist es freigestellt, weitere Integrationsleistungen vorzusehen.

Bieten Sie rechtliche Beratung an?

Campax bietet keine rechtliche Beratung an. Bei Organisationen wie Asylex (http://www.asylex.ch/ukraine / [email protected]) erhalten Sie rechtliche Beratung. Ausserdem finden Sie in diesem Webinar von Asylex Antworten zu den häufigesten Fragen von Flüchtenden aus der Ukraine: www.youtube.com/watch?v=8Eqvtuxvgbg

Kann ich von der Unterkunft im Bundesasylzentrum in eine private Unterkunft umziehen?

In den Bundesasylzentren sind Mitarbeitende des Schweizerischen Flüchtlingsrates präsent. Sie vermitteln im Auftrag des SEM und in enger Zusammenarbeit mit den Kantonen Unterkünfte für Ukrainerinnen und Ukrainer.

Die Unterbringung kann in kantonalen Einrichtungen oder bei Privatpersonen erfolgen, die ihre Unterstützung angeboten haben. Der Schweizerische Flüchtlingsrat nimmt Kontakt zu potenziellen Gastgebern auf und vermittelt den Vertriebenen aus der Ukraine eine geeignete Unterkunft.

Der Schweizerische Flüchtlingsrat arbeitet auch mit NGOs wie Campax zusammen, die Hilfsangebote aus der Bevölkerung gesammelt haben. Wenn Flüchtlinge darum bitten, in der Nähe von Verwandten oder Bekannten untergebracht zu werden, wird dem nach Möglichkeit Rechnung getragen. Zudem können Flüchtlinge aus der Ukraine, die bereits bei Freunden oder Verwandten wohnen, dies auch weiterhin tun.

Welche Adresse soll ich beim Antrag für den «Schutzstatus S» angeben?

Vergewissern Sie sich, dass Sie die Frage bei der Registrierung für den S-Status «Haben Sie eine Unterkunft?» lediglich mit «Ja, ich/wir sind in einer Unterkunft» beantworten, falls Ihnen diese längerfristig zur Verfügung steht. Falls Sie noch keine Unterkunft gefunden haben, bei der Sie mittel- bis langfristig bleiben können (mindestens 3 Monate) sollten Sie diese Frage bei der Registrierung mit «Nein, wir haben noch keine Unterkunft» beantworten.